HANNAH UND CROW FLIEGEN ZUM MOND – Kapitel 4: Zurück nach Hause

Die Kinder gehen zurück zum Zug. Sie stellen sich darauf und Nasreddin dreht den Zug um. Anschließend schiebt er ihn an, damit er zurück zur Falltür fährt. Die Kinder verabschieden sich winkend. 

Leon hat in der Zwischenzeit auf dem Mond einen Seilzug gebaut, um die Rakete besser reparieren zu können. Als er in einer Pause ein bisschen spazieren geht, entdeckt er die Falltür und versteht sofort, warum die Kinder schon so lange nicht mehr da waren. Er rennt zurück zur Rakete, holt den Seilzug, befestigt diesen an der Falltür und schaut in das Traumland hinein. Ganz klein in weiter Ferne sieht er Hannah und Crow mit Nasreddin. Er wirft etwas hinunter, damit die Kinder wissen, dass er oben ist, dann seilt er sich vorsichtig mit dem Seilzug in das Traumland ab. Als er unten ankommt, schläft er ein, denn es ist gerade Nacht im Traumland und Leon hat keine Zuckerwatte in den Ohren. Mit großem Getöse kommt der Zug durch die Achterbahn wieder bei der Falltür an. Als die Kinder vom Zug absteigen, finden sie den schlafenden Leon. Schnell wünschen sie sich eine Trommel und eine Feder. Natürlich wird das sofort wahr. 

Hannah nimmt die Feder und kitzelt Leon an der Nase und Crow nimmt die Trommel und trommelt direkt neben Leons Ohr. Leon läuft im Schlaf rot an. Mit einem lauten Schrei schießt er nach oben. Hannah und Crow erschrecken sich sehr, auch sie müssen schreien. Leon fragt: “Was ist passiert?” Plötzlich beginnt es, Zuckerwatte zu regnen. Hannah und Crow fangen sie auf und stopfen sie Leon in die Ohren. Weil ihn das so verwirrt, hat er seine Frage und seine Wut ganz vergessen. Hannah und Leon klettern den Seilzug hoch. Als Crow hinterher klettern möchte, reißt das Seil. Für einen Moment scheint es, als müsse er im Traumland zurückbleiben, aber zum Glück haben sie einen Mars-Hasen auf ihre Reise mitgenommen. Diese Mars-Hasen sind viel größer als die Hasen auf der Erde. Sie sind blau und haben gelbe Sterne auf dem Fell. Ihre Puschelschwänzchen sind hellblau, über dem rechten Auge haben sie einen gelben Fleck. Mars-Hasen können ganz besonders hochspringen und sie sind so stark, dass sie ein halbes Haus oder einen Elefanten tragen können. Der Mars-Hase trägt den Namen Sternchen. Sternchen springt durch die Falltür, lässt Crow aufsteigen und mit einem großen Sprung trägt er ihn zurück auf den Mond. Hannah und Leon klettern zu Crow auf Sternchens Rücken und lassen sich von ihm zurück zur Rakete tragen.

Währenddessen sind die Eltern von Hannah und Crow mit einem Katapult, das sie sich zusammengebaut haben, auf den Mond geflogen. Um einen Sturzflug auf den Mond zu verhindern, haben sie sich Kissen an den Po gebunden. Auf diese Weise wollen sie den Aufprall abfedern.  

An Hannah, Crow und Leon schießt plötzlich etwas vorbei. Es sind die Eltern, die ihre Flugbahn schlecht berechnet haben und nun direkt durch die Falltür fliegen. Im Flug rufen sie “Um Gottes Willen, wie seid ihr hier nur hingekommen?”. Aber Hannah und Crow können nicht antworten, denn die Eltern sind schon im Traumland, direkt auf dem Zug gelandet. Dort angekommen wollen sie eigentlich nach den Kindern suchen, aber sie schlafen sofort ein und der Wagen fährt los. Erst bei Nasreddin hält der Wagen wieder an und die Eltern kullern schlafend herunter. Nasreddin steckt ihnen Zuckerwatte in die Ohren, damit sie wach werden. Die Eltern schimpfen, denn sie glauben, dass die Kinder nicht auf sich selbst aufpassen können. “Sind Hannah und Crow eure Kinder?” fragt er die schimpfenden Erwachsenen. “Ja. Wo sind sie? Können Sie mich schnell zu ihnen bringen?” fragen beide Eltern gleichzeitig. Auf dem Mars denkt jeder immer nur an sich und nie an die anderen, deshalb interessieren sie sich nicht für Nasreddin oder füreinander. Sie wollen immer die Kontrolle über das behalten was ihnen gehört und sie finden, dass die Kinder auch zu ihrem Besitz gehören. Deshalb wollen sie die Macht über sie behalten. Nasreddin denkt sich, “Solche Leute, die sich nur für sich interessieren, sollte ich austricksen.” Am Aussehen der Eltern erkennt er, dass es ihnen wichtig ist, gut auszusehen. Er zeigt ihnen die Stelle, wo die Trampoline stehen, damit sie auf die Zuckerwattewolken springen können.  “Sucht auf den Zuckerwattewolken”, sagt er ihnen.  Mit einem großen Satz springen sie hoch und versinken direkt in einer großen Wolke.  In der Wolke ist alles ganz klebrig. Die Eltern bleiben direkt kleben, was Nasreddin sehr witzig findet. “So, wie die Zuckerwatte jetzt an euch klebt, klebt ihr an euren Kindern!” Aber weil er das selbst nicht gerne mögen würde, hat er Mitleid und möchte ihnen helfen. Er stellt sich einen Kran vor, an dessen Haken sich die Eltern festhalten können und ruft ihnen zu: “Stellt euch vor, die Wolke wäre aus Wasser”. In diesem Moment löst sich die Wolke auf und fällt mit einem großen Platscher hinunter. Die Eltern halten sich zappelnd und pitschnass am Haken fest. Nasreddin ruft Ihnen zu: “Wenn ihr die Kinder nicht mehr so kontrolliert, lasse ich euch herunter.” – “Okay, wir müssen ja keine Kinder haben, dann haben wir eben einmal was verloren, aber das ist nicht schlimm.”. Nasreddin lässt die Eltern runter und rät ihnen, sich um die Kinder zu kümmern aber sie nicht ständig zu kontrollieren. Die Eltern wollen es versuchen. Sie wünschen sich ein Katapult, so wie das Katapult, mit dem sie vom Mars zum Mond geflogen sind und katapultieren sich durch die Falltür direkt zu der Rakete von ihren Kindern und Leon.

In der Zwischenzeit haben die Kinder mit Leon die Rakete repariert. Crow sagt “Hahaha, jetzt haben wir die Kontrolle, denn wir haben eine Rakete die uns nach Hause bringen kann und ihr nicht.” Hannah sagt: ”Wir nehmen euch vielleicht mit, aber putzt die Rakete und füttert die Tiere. Solange spielen wir auf dem Mond.” Leon kommt angelaufen und erzählt den Kindern, dass sich der Mars-Hase in einen grünen Mond-Hasen verliebt hat und deshalb nicht mit zurückfliegt. Was für ein Glück für die Eltern, denn jetzt ist Platz in der Rakete. Nachdem sie drei Stunden geputzt und den Kindern versprochen haben, dass die zu Hause alles machen dürfen was sie wollen, dürfen die Eltern einsteigen. Gemeinsam fliegen sie alle zurück zum Mars und feiern ein Lagerfeuer. 

Entstanden innerhalb des Projektes „Fliegende Kamele und andere Geschichten“, ein Projekt im Rahmen von Kultur macht stark – Zur Bühne

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s