HANNAH UND CROW FLIEGEN ZUM MOND – KAPITEL 1: DIE RAKETE

Hannah ist 12 Jahre alt und ihr großer Bruder Crow ist 13. Gemeinsam leben sie auf dem Mars. Ihr größter Wunsch ist es, in den Weltraum zu fliegen. Genauer gesagt auf den Mond. Sie haben sich fest vorgenommen, dafür eine Rakete mit Anti-Schwerkraftmodul zu bauen. Ihre Eltern auf dem Mars lachen sie dafür aus und erklären ihnen, dass das totaler Schwachsinn ist. Sie behaupten, dass Hannah und Crow das niemals schaffen können. Denn die vielen Bauteile für eine Rakete kosten sehr viel Geld. Das, was man braucht um Geld herzustellen, bauen die Erwachsenen in einer Mine ab. Das Material für Geld ist sehr gut geschützt. Kinder dürfen da nicht dran. In der Mine gibt es aber noch andere Materialien. Glas und Eisen zum Beispiel. Weil man daraus kein Geld machen kann, interessieren sich die Erwachsenen nicht dafür. Auf ihrem Weg zum Bergwerk kommen Hannah und Crow immer am Müllplatz vorbei. Heute haben sie eine Idee: “Wir bauen eine Rakete aus Müll, denn auf diesem Müllplatz finden wir ganz viele Bleche und Metall und Plastik!” 

Als sie sich den Müll für ihre Rakete zusammensuchen wollen, kommt plötzlich ein Alien auf sie zu. Das Alien kann seine Farbe verändern. Je nachdem wie es gelaunt ist, hat es unterschiedliche Farben. Wenn es glücklich ist, ist es grün, wenn es wütend ist rot, wenn es gar nicht gelaunt ist, ist es gelb. Das Alien ist ein Er. Als er auf Hannah und Crow zukommt, ist er gleichzeitig rot und grün. “Schnell weg hier!” ruft Hannah. Der Alien rennt ihnen hinterher. Eigentlich ist er ganz nett, aber alle halten ihn für böse. Als er ihnen hinterher rennt, ruft er: “Halt! Ich tu euch nichts! Was wolltet ihr denn auf dem Müllplatz?” Crow antwortet: “Wir wollen zum Mond fliegen und brauchen eine Rakete, die nichts kostet.” Der Alien stellt sich vor. Er heißt Leon. Leon Kennt sich gut gut auf dem Müllplatz aus und kann Crow und Hannah helfen, alles zu finden. Hannah hat ein bisschen Angst, aber Crow kann Leon sagen, was sie für die Rakete brauchen. Leon sagt, ”einiges an Baumaterial könnt ihr euch am Besten im Bergwerk besorgen. Auf dem Müllplatz findet ihr aber auf jeden Fall Joghurtbecher, Klobrillen, Autoreifen und Schirme. Für die Fensterrahmen könnt ihr die Klobrillen benutzen”, erklärt Leon. “Glas gibt es unten in unserem Bergwerk genug. Wir brauchen außerdem  Schraubenschlüssel und Schrauben.” stellt Crow fest.

“Das graue Material im Bergwerk ist wie Eisen, es ist so fest, wie Spinnenfäden. Auf meiner Müllkippe gibt es Metall, das so hart ist wie Diamanten, sich aber nicht so gut schmelzen lässt. Aber gemeinsam können wir damit bestimmt eine tolle Rakete bauen. Zu allererst machen wir aber Farben, damit die Rakete nicht so hässlich aussieht.”

Leon erklärt ihnen auch, wie man Farben gewinnen kann. Das ist auf dem Mars nämlich gar nicht so einfach. 

Pink bekommt man, indem man eine besondere Blume in einem Eimer wachsen lässt und sie schüttelt, wenn sie blüht. Dann spritzt aus der Blüte solange Farbe raus, bis sie weiß wird. Danach muss man warten, bis die Farbe wieder nachwächst. 

Lila bekommt man, indem man ein Lilanes Pflanzenblatt in einer Presse auspresst und die Farbe in eine Tüte gießt. Noch gut schütteln, schon ist sie gebrauchsfertig. 

Blau machen die blauen Farbtiere. Wenn man ihnen auf den Hintern haut, kommt aus ihrem Mund die blaue Farbe raus. 

Gemeinsam bauen Hannah, Crow und Leon die Rakete auf dem Schrottplatz zusammen: An die Materialien aus dem Bergwerk kommen sie durch einen geheimen Tunnel, den Leon aus Langeweile gegraben hat. Heimlich bauen sie die Materialien mit einer Spitzhacke ab. Für die Spinnenfäden brauchen sie eine Kreissäge. Zum Glück ist ganz in der Nähe des Bergwerks eine lärmende Baustelle, die die Geräusche der Kreissäge übertönt. Damit die Erwachsenen es nicht verhindern können, halten sie ihre Rakete geheim. Um die Rakete zu bauen benutzen sie ihre Fantasie, sie haben nämlich keinen Bauplan. Ganz am Ende bauen sie noch eine Rettungskapsel auf die Rakete. Als sie fertig sind, suchen sie sich einen guten Startplatz. 

Dieser muss viel Platz haben, es dürfen keine Bäume im Weg sein. Zum Glück gibt es hinter dem Haus von Hannah und Crow einen großen Garten, in dem sie die Rakete starten können. Um die Rakete unbemerkt in den Garten zu bringen hat Leon eine Idee: Leon hat die Fähigkeit sich und alle Gegenstände, die er anfasst unsichtbar zu machen, so kann die Rakete unsichtbar zum Startplatz gebracht werden. Um die Rakete zu transportieren benutzen Hannah und Crow einen Einkaufswagen, von dem sie den Korb abmontieren und nur noch Griff und Räder übrig sind. Sie Stellen die Rakete auf die Fläche und Leon berührt sie, sodass sie unsichtbar wird.

Aber bevor sie starten, müssen Sie noch Proviant einpacken. Sie nehmen mit: 

Was zu essen, was zu trinken, was zum Anziehen, eine Jacke, was zu Lesen und was zum Malen, ein Kuscheltier, aber auch echte Tiere. Auch eine Decke und ein Kissen, und natürlich auch ein Einrad, um durch die Löcher auf dem Mond zu fahren. Außerdem packen sie noch ein Schnurtelefon ein, um sich unterhalten zu können. Ganz oben an der Rakete befestigen sie einen Fotoapparat, um alles zu dokumentieren. 

Sie zünden ihre Rakete. Dazu schlagen sie im Triebwerk automatisch zwei Feuersteine ganz fest aneinander. Dadurch kommt unten Feuer raus und die Rakete fliegt los. Leon fliegt übrigens mit Hannah und Crow auf den Mond.

Entstanden innerhalb des Projektes „Fliegende Kamele und andere Geschichten“, ein Projekt im Rahmen von Kultur macht stark – Zur Bühne

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