Imaginary Newsfeed – Vol. 1

Die folgenden Meldungen sind frei erfunden und beruhen auf der Aufgabenstellung: „Verfasse eine Nachricht, die du gerne lesen würdest“.

Anonymer Spender tilgt Corona-Schulden
Für große Überraschung sorgte heute der Eingang eines Spendenschecks im deutschen Finanzministerium. Der Betrag, der als “unbegrenzt” angegeben wurde, sorgte unter den Beamten zunächst für Verwirrung. Nach gründlicher Recherche konnte die Spende auf einen gewissen M. Mustermann, seines Zeichens Inhaber einer schwarzen American Express, zurückverfolgt werden. Da außerdem als Verwendungszweck “Corona-Hilfspaket” angegeben war, beschlossen die Beamten den Scheck anzunehmen und, so der Sachbearbeiter Herbert Mähling wörtlich: “einfach mal schauen was geht”. Wir sind gespannt, wie sich diese geradezu königliche Spende auf die Corona-Politik der Bundesregierung auswirken wird.

Glühwein wird Teil der Grundversorgung 
Das Ministerium für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät, während der Weihnachtszeit offiziell einen Vorrat von durchschnittlich ca. fünf Litern Glühwein anzulegen. “Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert”, verkündet die Pressestelle, “Für Alkoholiker und Familien empfiehlt sich natürlich ein entsprechend höherer Wert”. Damit ist neben Wasser und Klopapier, Alkohol der drittwichtigste Gegenstand des “Notfallvorrates”, der in jedem Haushalt vorhanden sein sollte. Verbraucherverbände begrüßen die Signalwirkung, die durch diese Ergänzung erzielt würde. Vorschläge der CSU zum “obligatorischen Weihnachtsbier” an Stelle des Glühweins konnten sich nicht durchsetzen.

WEIHNACHTSVIRUS! Dieses GESCHENK macht CORONA deutschen Studenten!
Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Sonntag verkündete Anja Karliczek, die Bundesministerin für Bildung und Forschung, dass aufgrund des erschwerten Studiums und dem sowieso vorherrschenden Fachkräftemangel die Studierenden ab dem zweiten Semester den Titel des Bachelors geschenkt bekommen. Auf Kritik vom “Bund deutscher Unternehmer”, dass dies einen schweren Schlag für die qualitative Ausbildung junger Berufseinsteiger sei, reagierte sie gelassen. “Kokolores!”, antwortete Frau Karliczek auf Twitter. Studierende nehmen die Nachricht positiv auf: “Geiler scheiß!”, resümiert Kevin, der im elften Semester Hotel- und Tourismusmanagement studiert.

Fehlkäufe für die Wirtschaft 
Massen von Menschen schieben sich genervt durch volle Einkaufszentren, immer auf der verzweifelten Suche nach passenden Geschenken. Dies sollte in der aktuellen Situation unbedingt vermieden werden, so der bayerische Ministerpräsident Söder. Man wolle den Einzelhandel dennoch nicht schließen, um diesem den vorweihnachtlichen Lichtblick nach einem harten Jahr nicht zu nehmen. Deshalb wolle man dieses Jahr vermehrt auf sogenannte “Professionalisierte Einkäufe” setzt. Anhand einer Website, welche gerade von Spezialisten der Bundeswehr erstellt und in kürze an den Start gehen wird, können Kunden angeben oder analysieren lassen, was sie wem schenken möchten. Dies wird, ganz im Sinne der Kontaktbeschränkungen, von professionellen Mitarbeiter*innen beim Einzelhandel abgeholt und der beschenkten Person direkt an die Haustüre geliefert. Wer keine Idee hat, kann das Perfekte Geschenk einem Algorithmus überlassen. Dieser analysiert sämtliche (!)  Google-Suchanfragen der zu beschenkenden Person sowie Präferenzen der vergangenen drei Jahre und ermittelt so das perfekte Geschenk, womit Sie sicher für eine Überraschung sorgen! “Diese Daten sammeln wir sowieso schon seit Jahren, nun können wir sie endliche für eine breite Masse nutzen”, erklärt der Vizepräsident von Google Deutschland und Zentraleuropa, Philipp Justus auf Anfrage unserer Redaktion. Für den Authentizitäts-Faktor werden zudem gezielt 25% Fehlkäufe zufällig eingestreut. 
Dies sowie das Fehlen einer Umtauschmöglichkeit, solle die Wirtschaft weiter ankurbeln, so Ministerpräsident Söder. Die Bürger würden dadurch zudem viele neue Produkte kennenlernen, außerdem würde man sie in der ohnehin stressigen Vorweihnachtszeit bei der Suche nach Geschenken entlasten. Gerade in diesem Jahr, in welchem viele Menschen alleine die Feiertage verbringen, wäre es so zudem auch spannend, sich selbst Überraschungsgeschenke machen zu können. Sollte sich dieses System bewähren, wolle man es auch in Zukunft nutzen.

Einführung einer Kleiderordnung bei Online Meetings
Aufgrund häufig unangebrachter Kleidung während Online Meetings, will die Gewerkschaft ver.di die Einführung einer Kleiderordnung in den Tarifverhandlungen einbringen. Dazu der Vorsitzende der Arbeitsgruppe “Digitales Beisammensein und Online Produktivität”:

“Es kann nicht sein, dass in sogenannten Zoom-Meetings manche Mitarbeiter*innen im Schlafanzug sitzen und andere übermotivierte Arbeitnehmer*innen im Anzug. Dies ist unhöflich gegenüber den Schlafanzugträger*innen, da es diesen ja nicht zuzumuten ist, sich rechtzeitig auf das Meeting vorzubereiten”

Darum ist zurzeit geplant eine einheitliche Uniform einzuführen mit der man an Online-Meetings teilnehmen muss. Es gibt viele Diskussionen darüber, wie diese aussehen könnte. Die Möglichkeiten reichen bisher vom “nicht ausgeschlafenen”-Schlafanzug-Look über den Jogginghosen-Look bis zum “gerade noch kurz Geduscht”-Look. Hierbei wird natürlich die angemessene Gender Correctness geachtet.

Der Verbund der Arbeitgeber*innen hat sich gegen eine solche Regelung ausgesprochen, da für die Arbeitgeber*innen die Kosten für die Arbeitsuniform anfallen würden

“Es kann nicht sein, dass wir als Arbeitgeber Geld für unsere Arbeitnehmer*innen bezahlen müssen” Wirecard CFO

Zudem gibt es noch Überlegungen, wie man Kontrollieren kann, dass die Kleiderordnung eingehalten wird. Hierfür sollte Blockchain, Big Data und Künstliche Intelligenz verwendet werden. Die Umsetzung ist noch unbekannt.

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